Ilbesheim Gestern

 

Wilhelm Hornberger

Hier erblickte am 19. 2. 1819 der Bildhauer Wilhelm Hornberger das Licht der Welt. In seinem Atelier im kurfürstlichen Schloss in Mannheim schuf er vor allem Portraitbüsten, lebensgroße Figuren und Christusköpfe. Eindrucksvolle, zum Teil denkmalgeschützte Werke seines künstlerischen Schaffens sind auf Friedhöfen in Worms, Mannheim und Landau zu bewundern (besonders Sarkophage und Grabmäler im Landauer Friedhof). Unter seinen vielen Arbeiten findet man auch ein Denkmal von König Wilhelm II. (der Oranier) und ein Denkmal von Goethes Jugendfreundin Frederike, das in Offenburg zu sehen ist. Sein Traum war es, auf der Kleinen Kalmit nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) eine monumentale „Germania“, eine 20m hohe Statue – im Hintergrund die Madenburg, Neukastell und den Trifels angedeutet – zu errichten. Sein Entwurf, der von Kaiser Wilhelm I. wohlwollend beurteilt wurde, ist in seiner Form von Bismark und dem Reichstag nicht akzeptiert worden. Hornberger hatte das Modell der „Germania“, als tief religiöser Künstler mit dem Schwert in der Scheide modelliert, man wollte aber unbedingt ein nationales Monument mit dem gezogenen Schwert. Während der Verhandlungen starb Hornberger in Weinheim an der Bergstraße am 19. Juni 1882. Ein Jahr später, im September 1883, konnte das Germania-Denkmal von Johannes Schilling im Niederwald errichtet werden und findet heute weltweite Beachtung.

Bild: Fotografie von Wilhelm Hornberger um 1870; Fotografie: aus dem Besitz von Hermann Schmitt