Ilbesheim Gestern

 

Ilbesheimer Vertrag – 1704

Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) trat Ilbesheim in die Weltgeschichte ein. König Josef I. war mit einer gefederten Kutsche, deren Verdeck sich öffnen und schließen ließ – genannt „Landauer“– von Wien nach Ilbesheim gekommen, um die Belagerung Landaus, das von den Franzosen besetzt war, zu verfolgen. Das Rathaus wurde sein Hauptquartier und das gegenüberliegende Haus seine Wohnung. Da er auf der Wendeltreppe des Rathauses belästigt wurde, baute man eine Holzbrücke, welche die beiden Häuser miteinander verband (Einschnitte im Fachwerk zeigen es). Im Rathaus wurde am 7. November 1704 der so genannte Ilbesheimer Vertrag zwischen König Josef I. und der bayerischen Kurfürstin Theresia Kunigunde abgeschlossen. Der Vertrag sollte den Krieg zwischen Bayern und Österreich beenden. Er hatte jedoch nur etwa ein halbes Jahr Bestand.

Auf der Steintafel steht: „Im Gemeindehaus zu Ilbesheim hatte während der Belagerung von Landau durch die deutschen Reichstruppen im Jahre 1704 der röm. König Josef I. sein Hauptquartier aufgeschlagen. Daselbst wurde auch am 7. November desselben Jahres zwischen diesem Fürsten und der damaligen Churfürstin, Regentin von Bayern Therese Kunigunde, der nach Ilbesheim genannte Vertrag abgeschlossen, welcher die Verhältnisse zwischen Bayern und Österreich feststellte bis zur Wiederherstellung des früheren Zustandes durch den Frieden zu Rastatt.“

Bild: Rathaus um 1930; Fotografie: Hans Hieb